Halleluja Homeoffice!

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Das Kind sagt: „Mama, guggen!“
Das Amt sagt: „Sofort das Formular ausfüllen. Recherchieren Sie selbst, wie.“
Ich recherchiere beflissen, ich muss ja den Betrieb irgendwie über Wasser und am Laufen halten, während mein Zweijähriger „Guggen, guggeeen!!!“ ruft und meinen Laptop mit Bausteinen bewirft.
An meinem Handy meldet sich ein Autor, der einfach mal reden will. Sind ja schwierige Zeiten. Mein Kind will auch lautstark mitreden, ich verstehe von dem Telefonat NICHTS und sage nur: „Ja, klar.“ Wahrscheinlich habe ich gerade einem Vorschuss von Tausenden von Euro zugestimmt.

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Meine Waschmaschine geht über in den Schleudergang, ich muss dringend in die Küche und sie aufhalten. Sie wandert so gerne und hat ein Freiheitsbedürfnis, das gerade dem Zeitgeist konträr gegenübersteht.
Da fällt mir auf, dass der Kleine so ungewöhnlich ruhig ist. Hoffentlich ist ihm nichts passiert! Aus dem Fenster gefallen, an irgendwas erstickt, Stromschlag … Oh nein oh nein oh nein! Ich lasse die Waschmaschine weiter laufen – soll sie selbst sehen, wie weit sie kommt, dieses *verfck Mistst…grrr*– und eile ins Wohnzimmer.
Zum Glück ist alles friedlich. Der Kleine lächelt glücklich und sagt stolz: „Mama, guggen!“, während er die Babycreme auf meiner Tastatur verteilt.
Puh, alles ist gut!
Halleluja Homeoffice! Zuhause ist es doch am Schönsten.

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[Und ich hab nur EINEN Rabauken. Andere müssen nebenbei auch noch ein zweites oder drittes Kind beschulen. Ein Gruß an all die Mütter (und Väter) im Homeoffice da draußen, ihr leistet gerade Übermenschliches!]

Hallo, fremder Keim!

fish-33712Mein kleiner Junge und ich gehen mal wieder zum Baby-Delfin-Schwimmkurs ins Schwimmbad an der Seestraße im Wedding. Eine halbe Stunde pro Woche tollen wir nach Anweisung der Schwimmlehrerin durch das – im wahrsten Sinne des Wortes – pisswarme Wasser. Bei den Horden an Babys und Mamis, die sich da im Halbstundentakt ablösen, schätze ich den Wassergehalt auf maximal zehn Prozent. Macht aber nichts, ist ja Chlor drin und Chlor desinfiziert. Da haben Keime keine Chance.

Nach dem Kurs geht’s ab unter die Dusche und in der Umkleide drängen sich nackte Mamis zwischen nackten Kleinkindern. Die Kleinen heulen, es ist eng und jeder will so schnell wie möglich hier raus, bevor der nächste Schwung Mütter für den nächsten Kurs kommt.
dessert-282381_1920Der braune 70er-Jahre-Steinfußboden klebt, Krümel von eilig in Kindermünder geschobenen Keksen ersaufen in Chlorwasser-Lachen und verschmelzen mit dem Dreck der Straßenschuhe zu einem Brei, der den in Regenwasser schmelzenden Hundehaufen auf den Wegen hin zum Schwimmbad gleicht.
Ein Eineinhalbjähriger neben mir starrt fasziniert auf seinen kleinen Penis, dann stellt er sich breitbeinig hin, kuckt sehr konzentriert und pinkelt los. Das plätschernde Wässerchen rinnt unaufhaltsam auf meine nackten Füße zu.

Egal, denke ich, erst letzte Woche schwärmte die Heilpraktikerin aus dem Familienzentrum von der Eigenurintherapie. Denn frischer Urin wirke desinfizierend und reinigend. Voller Stolz erzählte sie, dass auch ihr 20-jähriger Sohn jeden Morgen damit gurgle.
Da hatte ich Bilder im Kopf: Er, früh morgens nach einer leidenschaftlichen Nacht mit seiner neuen Liebsten im Bett. Sie sagt: „Küss mich noch einmal!“, und er sagt: „Warte kurz, ich muss vorher nochmal ins Bad, gurgeln.“ Sie denkt an Pfefferminz, er an die Empfehlung seiner Mutter.
lemon-1918082_1920Aber soll ja jeder so, wie er will, das muss man entspannt sehen. Ich therapiere also meine Füße mit warmem Fremdurin. Ekel ist schließlich nur etwas Anerzogenes, denke ich, und fühle mich von der Heilpraktikerin sehr gut gebrieft.

Mein kleiner Sohn sieht einen durchweichten Kekskrümel auf dem Boden, bückt sich und steck ihn sich in den Mund. Doch wie schon die Heilpraktikerin sagte: „Denkt daran, da ruft das Immunsystem eures Kindes ‚Hallo, fremder Keim! Schön, dich bekämpfen zu dürfen‘ und freut sich. Bleibt gelassen und freut euch mit ihm!“ Ich bleibe also gelassen und freue mich gemeinsam mit dem Immunsystem meines Kindes auf diese neue Erfahrung. Als er vor zwei Wochen irgendwas Gelbes, Glibberiges vom Beckenrand gepult und gegessen hat, ist er ja auch nicht tot umgefallen. Dafür hebt es mich auch heute noch beim Anblick von Vanillepudding.

Damit meine Freude nicht noch größer wird, stelle ich meinen Sohn in den proppevollen Laufstall der Umkleide. Das ist S-Bahn-Feierabendverkehr-Feeling für die Kleinsten. Ein Kind niest lautstark, Rotz wirbelt durch die Luft, niemand kann dem Tröpfchenregen im Kinderknast entkommen. mucus-2312539_1920Ich jubiliere innerlich: Hallo, fremder Keim! Wie schön, dich bekämpfen zu dürfen.
Meine Güte, bin ich froh, dass ich bei diesem Heilpraktiker-Vortrag dabei war – ohne dieses beruhigende Mantra „Hallo, fremder Keim! Wie schön …“ hätte ich schon längst meine Contenance verloren.

Immer, wenn sich die Schiebetür auf den Gang öffnet, lugen drei pudelbemützte Viertklässler mit schlenkernden Turnbeuteln in die Umkleide herein. Einer zieht die Tür auf, dann gibt es großes Gefeixe, dann zieht einer die Tür wieder zu. Auf das sonore Gezeter ihres Schulsportlehrers auf dem Gang reagieren sie nicht. Mit einem Fuß im Vorhof der Pubertätshölle bekommen sie sich angesichts so viel nackter Mamihaut gar nicht mehr ein. Die Tür öffnet sich erneut, ein dicklicher Mann reckt seinen puterroten Kopf hinein, mustert uns ausgiebig von Brust bis Po und ruft: „Tschuldigung, die Kinder …“factory-1510594_1920
Freud wäre von dieser Szenerie im Wedding entzückt gewesen. Ich bleibe gelassen beim Anblick dieses Eindringlings und denke mir „Hallo, fremder Keim! Wie schön …“

So langsam kommt wieder Ordnung in die Umkleide, ausgebeulte Jogginghosen werden hochgezogen, übergroße Pullis übergestreift, Turnschuhe angezogen. Wir sehen alle ein wenig verlottert aus, na ja, Mamistyle eben, denke ich und krame in meinem Spind.
„Du siehst ja heute wieder toll aus, was du da anhast, voll der Style… dass du überhaupt die Zeit dafür findest …“
Ich drehe mich um, anscheinend habe ich da was übersehen, und mustere die Angesprochene. Aber ich kann keinen Unterschied zu mir oder den anderen erkennen: ausgebeulte Jogginghose, übergroßer Pulli, Turnschuhe. Da sehe ich die drei Streifen an Ärmeln und Beinen ihres Outfits, bei den anderen Mamas prangen Häkchen auf den Klamotten.
„Ja, gut, was?! Ich hatte einfach keinen Bock mehr auf diesen Mami-Schlabberlock“, sagt die Gestreifte. „Vor zwei Monaten hab ich mir gedacht, jetzt ist gut, ich tu jetzt wieder mehr für mich. Und da nutz ich die Stunde abends beim Stillen nur für mich. Zum Shoppen auf dem Handy.“
„Du shoppst jeden Abend? Das wird doch schnell teuer …“, sagt eine der Abgehakten.
„Das meiste schick ich wieder zurück. Aber das entspannt total.“
„Das sollte ich auch mal machen. Diese Activewear von Nike isses einfach nich mehr“, steigt eine dritte Mutti mit ein.marketing-online-1427787_1920
„Na ja, ich sag mal: Hauptsache kein Billigschrott“, sagt eine vierte und auf einmal unterhalten sich alle in der Umkleide über Markenklamotten.
In meinem Noname-Outfit fühle ich mich plötzlich underdressed. Nackt war’s irgendwie besser.

Am nächsten Tag habe ich einen stark juckenden Ausschlag. Ich google nach Dingen, die man sich in Schwimmbädern holen kann. Ich finde Whirlpool-Dermatitis, Ganzkörper-Fußpilz, Fremdurin-Unverträglichkeit, Molluscum-Warzen. Und ein paar sehr hässliche Bilder, die meine Vanillepudding-Aversion chronisch werden lassen.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass mein Ausschlag vom Markenfetischismus kommt. Dagegen bin ich nämlich wirklich allergisch.fist-2385848

Doch ich habe mir geschworen: Wenn mein Sohn dann eines Tages solche Klamottenwünsche mit nach Hause bringt, werde ich gelassen bleiben und sagen:
Hallo, fremder Keim! Wie schön, dich bekämpfen zu dürfen.“

Vision und Wahn macht Pause

Die beiden letzten Termine vor der Sommerpause.

Am Montag, den 6.1. 2020 findet die Lesebühne Vision und Wahn zum vorerst vorletzten Mal statt. Es lesen Marion Alexa Müller, Thomas Manegold und Robert Rescue. Es singt und spielt Tom Nils. Das Thema im Januar lautet: „Humbug“.

Am Montag, den 3.2. 2020 findet Vision und Wahn zum vorerst letzten Mal statt. Es lesen HENRIK LOHDE, Marion Alexa Müller und Thomas Manegold … Es singt und spielt MATHIAS WILDENBRUCH. Das Thema im Februar lautet: „Flaschenkind“.

Dann ist vorgezogene Sommerpause. Selbstverständlich hat das Gründe. Hauptgrund ist, dass Robert Rescue pausieren muss.  Nebengrund ist, dass wir uns eine Vision und Wahn ohne Robert nur schwer vorstellen können.

Der nächste Termin nach der vorgezogenen Sommerpause wird rechtzeitig bekanntgegeben. www.visionundwahn.de

Die periplanetanische Lesebühne Vision und Wahn existiert seit nunmehr über 15 Jahren. Wir lesen kurze Texte über uns, Berlin, Gott, andere Fabelwesen, die Welt und manchmal auch über das Monatsthema. Feste Mitglieder sind Marion Alexa Müller, Thomas Manegold und Robert Rescue. Die Lesebühne wird bis 3.2.2020 jeden ersten Montag des Monats stattgefunden haben. Der Eintritt ist frei. Man zahlt, um zu gehen.

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Thomas Manegold, Marion Alexa Müller

Der Bumerang-Effekt

Wenn man mit 18 rebellisch genug war, um von den Eltern vor die Tür gesetzt zu werden, dann ist man erst einmal glücklich. Der Knute der Eltern entflohen, konnte ich endlich tun und lassen, was ich wollte und was zuvor verboten war: Die Socken dort liegen lassen, wo ich sie ausgezogen hatte, monatelang nicht staubsaugen und ENDLICH vor dem Fernseher essen. Ich dachte, dies seien die Verheißungen der Freiheit und des Erwachsenseins und sie dauerten ewig an.

Und dann kam ER. ER ist mittlerweile 10 Monate alt, krabbelt wie ein Jack Russel auf Speed durch die Wohnung und kaut auf allem herum, was er zwischen die noch immer zahnlosen Felgen bekommt. Herumliegende Socken üben eine magische Faszination auf ihn aus, ebenso jedes Körnchen, das auf dem Fußboden liegt. Nachdem ich mich wunderte, dass er so extrem lange auf etwas wohl sehr Zähem herumkaute, holte ich ihm sogar schon Rollsplitt aus den Hamsterbacken.

Seitdem wird allabendlich die Wohnung akribisch aufgeräumt und tagtäglich gestaubsaugt. Und das Essen vor dem Fernseher haben wir Eltern uns auch verboten. Wir wollen unserem Kind ja ein gutes Beispiel sein.
Und so kommt es, dass wir Erwachsene uns selbst knechten. Nichts darf man mehr! Alles, wofür man in der Jugend rebelliert hat, ist plötzlich verboten.
Wird Zeit, dass ER langsam mal erwachsen wird …

PS: „Hat ja schon ein paar Jährchen gedauert. Aber jetzt hast du´s verstanden“, sagt mein Vater lächelnd, beißt in sein krümelndes Käsebrot und schaltet den Fernseher an.

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Hitzköppe

Hitzkopf

Ein fast wahres Dialog-Protokoll unter dem Einfluss massiver Sonneneinstrahlung.

A: Mann, ist das heiß. Das sind doch mindestens 40 Grad im Schatten.
B: Ja, ich bin auch schon ganz fertig von der Hitze. Hast du dran gedacht, die Grillkohle für heute Abend zu besorgen?
A: Verdammt, das hab ich glatt vergessen. Aber bei den Temperaturen ein Feuer anzuzünden, ist doch eh total bescheuert.
(Pause)
A: Wusstest du eigentlich, dass Hitze vergesslich macht?
B: Das glaub ich nicht. Dann würden die in Afrika ja unter permanenter Demenz leiden. Stell dir das mal vor: Unsere Vorfahren vor 60.000 Jahren. Die wären nie in Europa gelandet, weil sie jeden Tag vergessen hätten, dass sie morgen auswandern wollten. Wir würden noch heute in unschuldiger, verpeilter Unwissenheit leben und Abend für Abend beim Grillen am Lagerfeuer große Pläne für morgen schmieden. Niemand hätte die Idee umgesetzt, Ackerbau zu betreiben, die industrielle Revolution wäre ausgeblieben.petra-3010_1920.jpg
A: Und die Klimaerwärmung wäre auch vom Tisch.
B: Stimmt.
A: Aber dann wäre es auch nicht so heiß und wir würden uns ständig dran erinnern, dass das alles miteinander zusammenhängt.
B: Was hängt miteinander zusammen?
A: Das weiß ich ja nicht mehr, weil es so heiß ist.
B: Dass Du so vergesslich bist, liegt nicht an der Hitze, sondern daran, dass du vergesslich bist.
A: Nein, wirklich! Das liegt daran, dass wir so viel schwitzen und wir den Flüssigkeitsmangel nicht so schnell ausgleichen können. Das Hirn trocknet dann quasi aus und wir können uns viel schlechter konzentrieren. Noch dazu setzt die Wärme unseren Körper unter Stress. Die Stresshormone greifen dann wichtige Gehirnzellen an – vor allem im Hippocampus.
B: Hippo… hä? Was soll das sein, eine Uni für Flusspferde?
A: Nein, das ist eine Region im Gehirn, die für das Kurzzeitgedächtnis und die Konzentrationsfähigkeit verantwortlich ist. In dieser Hirnregion werden außerdem wichtige und unwichtige Sinneswahrnehmungen gefiltert. Kommt es hier zu einer Störung, greift man auf Routinen zurück. Man spult dann eingeübtes Verhalten ab und neue Informationen – wie zum Beispiel, dass man eigentlich Grillkohle besorgen wollte – werden gar nicht mehr verarbeitet.
B: Wer hat dir denn DAS erzählt?!
A: Keine Ahnung, kann mich gerade nicht daran erinnern.
B: Siehste …
feet-99991_1920A: Mann, ist das heiß. Hast du eigentlich dran gedacht, die Grillkohle für heute Abend zu besorgen?
B: Verdammt, das hab ich glatt vergessen. Wusstest du eigentlich, dass Hitze vergesslich macht?
A: Das glaub ich dir nicht. Dann würden die in Afrika ja unter permanenter Demenz leiden.
B: Quatsch, damit hat das nichts zu tun. Das liegt daran, dass wir so viel schwitzen und wir den Flüssigkeitsmangel nicht so schnell ausgleichen können. Das Hirn trocknet dann quasi aus und wir können uns viel schlechter konzentrieren. Noch dazu setzt die Wärme unseren Körper unter Stress und killt unsere Gehirnzellen.
A: Wer hat dir den DAS erzählt?!
B: Keine Ahnung, kann mich gerade nicht daran erinnern. Aber durch diese verdammte Hitze habe ich ständig Déjà-vues. Hast du eigentlich dran gedacht, die Grillkohle für heute Abend zu besorgen?
A: Verdammt, das hab ich glatt vergessen …

 

(c) Marion A. Müller. Opener-Text für die Lesebühe Vision & Wahn im August 2018.

Gewohnt ungewöhnlich – Yeah!

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Der Titel meines neuen Buches ist auf der Shortlist des Ungewöhnlichsten Buchtitels 2017

Wer hätte das gedacht … Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und andere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren ist einer der zehn Titel, der aus den ca. 80.000 regulären Buchneuerscheinungen ungewöhnlich kreativ heraussticht.
Die jährliche Challenge, die von dem Leseforum Was liest du? ins Leben gerufen wurde, findet nun bereits zum fünften Mal statt und mein geliebter Verlag Periplaneta geht auch dieses Mal mit ins Rennen um die Ehre. Diesmal sogar mit zwei Titeln, denn Der Funke schweigt, wenn Feuer träumt von Calvin Kleemann ist auch mit von der Partie.
Nach dem Publikumsvoting bis zum 07.03.18 ist es dann an einer exquisiten Jury, die Konfettis zu werfen, den Tusch zu spielen und auf der Leipziger Buchmesse den Siegerkranz zu verleihen.
cover800webGewinnen mus ich nicht – nicht bei DEM Titel 🙂 Aber ich freu mich jetzt schon darüber, so viel Applaus (das ist ja bekanntlich die digitale Variante eines kleinen, grünen Insekts) bekommen zu haben. Dankeschön!

Hier geht es zur Abstimmung
Hier kann man mein Buch kaufen

Glamour, Funkeln und Flunkern

Der Artikel über mich in der flow.

Anfang 2017 fragte mich eine Redakteurin der flow, ob ich nicht Lust hätte, die „Bücher meines Lebens“ zu präsentieren. Die flow …, da fühlte ich mich als Buchmacherin schon ein bisschen geehrt, schließlich ist sie eines der am hübschesten gestalteten Magazine auf dem Markt. Es ist mit seinen verschiedenen Papiersorten und dem besonderen Design schlichtweg das Papierliebhaber-Kreativ-Magazin.

Fotoshooting im Periplaneta Literaturcafé
Fotoshooting im Periplaneta Literaturcafé

Für die dreiseitige Rubrik „Bücher meines Lebens“ sollte ich die mich prägendsten fünf literarischen Werke vorstellen und etwas darüber erzählen. Das hab ich auch gemacht: Ismael von Daniel Quinn, Eine kurze Geschichte der Zeit von Stephen Hawking, Der glückliche Prinz von Oscar Wild, Der Wolkenatlas von David Mitchell und Herr Schlau-Schlau wird erwachsen von Johannes Krätschell.

Allesamt phänomenal gute Bücher – aber ganz ehrlich: Diese Hotlist der mich prägendsten Bücher ist zurechtgeflunkert.
Denn für einen lesenswerten Zeitschriftenartikel ist die Wahrheit entweder
a) zu unspektakulär,
b) zu persönlich,
c) zu kompliziert, um den großen Kontext in ein paar einfachen Sätzen darzulegen,
d) zu einseitig (ich denk da an all jene 250 Bücher, die ich in den letzten zehn Jahren mit Periplaneta veröffentlicht habe, allen voran das allererste)
e) zu egozentrisch,
oder
f) … ja, ich muss es zugeben: schlichtweg zu peinlich.

Duits3017_CoverMitCovercard_800_4.jpgWenn ich a) bis f) allerdings weglasse, um niemanden zu langweilen und mich nicht selbst als völligen Vollhorst darzustellen, dann passt mein „Best of“ doch ganz gut. Die Realität ist wie ein Topmodel: Nur geschminkt wird sie glamourös.

Wieso ich diese fünf Bücher trotzdem und reinen Herzens jeden empfehlen möchte, kann man in der aktuellen Ausgabe der flow nachlesen (# 30; 7,50 €). Das Qualitäts-Magazin von Grunar + Jahr ist in jedem Zeitschriftenladen zu erstehen, in gut sortierten Buchhandlungen zu finden oder direkt im flow-Shop.

Die 2017er Jahresendausgabe hat noch dazu ein Sonderfarben-Glitzercover. Ein Glitzercover! Und jetzt ohne Geflunker und ohne den kreativen Umgang mit der Realität: So ein Glitzercover habe ich mir schon immer mal gewünscht 🙂

Links zum Recht

Zu meinem Vortrag „Fallstricke aus der Verlagspraxis für Verlage und Autoren“ während der Fachtagung zur BUCH BERLIN 2017 im ESTREL habe ich bei der Power-Point-Präsentation ein paar Links an die Wand geworfen.
Doch es gibt nichts Nervigeres, als ellenlange, kryptische Zeichen-und Zahlenfolgen abzuschreiben … Ich wollte das meinen Kollegen, die so aufmerksam zugehört haben, gerne ersparen.
Hier also wie versprochen die erwähnten Links:

Zu 2.1 BASICS – Vertragsfreiheit

  • VerlG: Das Verlagsgesetz von 1901
  • Normvertrag: Der gemeinsame Vorschlag des Börsenvereins der Deutschen Buchhandels und des Verbands deutscher Schriftsteller von 2014

Zu 3.3 TITELSCHUTZ – Auswahl des Titels

Zu 3.5 TITELSCHUTZ – Knifflig

  • FAQ zum Titelschutz im Börsenblatt

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Herzlichen Dank für die Aufmerksamkeit 🙂

 

„Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren“

Marion Alexa Müller -periplanetaRolf möchte eine neue Herde, Konrad versteht für einen Hamster viel zu viel von Quantenphysik und Ottfried will gleich eine ganze Weltanschauung umschmeißen. Doch leider stoßen die selbsternannten Helden, Vorreiter und Auserwählten nicht immer auf die Begeisterung ihrer Artgenossen. Mit Witz und Sarkasmus berichtet Marion Alexa Müller über das Schicksal von Menschen und anderen Tierchen. In ihren fabelhaften Geschichten wird rebelliert, geliebt, gehasst und manchmal auch gestorben. Man hat dabei erschreckend viel zu lachen und ist nach dem Lesen definitiv klüger als vorher.

Nach „Evasapfel“ ist dies der zweite Kurzgeschichtenband von Marion Alexa Müller.

MARION ALEXA MÜLLER: „Die unterschätzte Kunst des Scheiterns und weitere Mysterien im Leben von Menschen und anderen Kleintieren“ – Fabelhafte Geschichten und Heldenepöschen mit manchmal tödlichem Ausgang, Buch, Softcover, 170 S., 19 x 13,5 cm, ISBN: 978-3-95996-070-0, Edition Drachenfliege